2 B&F´s mit MS laufen den 50KM Ultramarathon in Rodgau

Aktuelles vom 29.01.2018


Gleich 2 Besi & Friends, beide an MS erkrankt, haben am Samstag beim Ultramarathon in Rodgau die 50km gefinisht! Unsere Kati Rennmaus und Matthias Müller haben eine unglaubliche Leistung vollbracht und die 50km erfolgreich bewältigt!

Wir sind sehr stolz auf die beiden und auf alle andere Finisher, gratulieren Euch und wünschen gute und schnelle Regeneration!

 

Hier Katis Bericht: 

Ultramarathon Laufen trotz MS

Seit 2012 kenne ich den ich den RLT in Rodgau. Es ist eine tolle und gut organisierte Veranstaltung, bei der es immer wieder Spaß macht mitzulaufen. 2015, 2016, 2017 und dieses Jahr lief ich mit dem Ziel die 50 km zu finishen mit. Dies Jahr habe ich es zum 3. Mal geschafft. Jedes mal war es bereits in der letzte Runde unbeschreiblich tolles Gefühl zu wissen, dass ich es schaffe. Dieses Jahr allerdings noch mehr, da ich schneller als die letzten Male lief, keine Krämpfe hatte und mit einer Nettozeit von 5 Stunden und 7 Sekunden durch Ziel lief. Einfach nur genial!

 

Hier Matthias' Bericht: 

Mir ist kalt, mit Mühe vermeide ich das Zähneklappern. Was soll ich hier im nebligen dämmrigen Wald? Ich trabe etwas, mir wird leicht wärmer. Kurz vor dem Point of no Return entdecke ich einen meiner Gründe: Katharina Anna Rennmaus, eine junge symphatische Extremsportlerin, ebenfalls mit MS im Rucksack endlich auch persönlich kennen zu lernen. Eine Weile laufen wir zusammen im Gedränge, plaudern etwas, dann passiert mir das typische Winterschlußverkauf- oder auch Massensyndrom, hier einer Frau zu folgen ist schlicht unmöglich .

Ich hätte ihr Tempo heute aber eh nicht halten können, also lasse ich sie ziehen.

Wie ich später lesen darf, pulverisiert sie ihre Bestzeit .

Flache 5 Kilometerrunden sollten es mit heute ordentlich schlammigen Wegstrecken sein. Die ersten 6 klappen überraschend solide, jeweils genau 1.03 Stunden je 10 km, dann wird es vorhersehbar extrem. Nicht überraschend, was will man mit einer wochenlangen Laufpause aufgrund streikender IG-Wadenmuskulatur auch erwarten . Nachdem wir uns letztes Wochende auf zwischendurch bewusste Lockerungspausen einigten, waren die 50 km in Rodgau nicht mehr völlig unmöglich. Vielleicht oder eher sicherlich blödsinnig, doch wenn man mir sagt "Du darfst nicht" löst das bei mir zu oft einen "Habenwill-Effekt" aus.

In der harten Realität bei Km 35 aufgewacht, wenn man weit vor sich Walkende sieht, ihnen aber trotz scheinbarem Traben kaum näher kommt , ist die Versuchung groß, das Angebot vorzeitig den Lauf jeweils nach 5 km zu beenden groß. Doch ausgerechnet in der Heimat des vielleicht größten MS-Vorbildes Andreas Beseler das Streben aufzugeben, geht gar nicht. Never give up, lautet sein Spruch. Also auf Überlebensmodus geschaltet, noch mehr Tempo raus(geht tatsächlich ), Cola und Kekse rein, Beine ignoriert, weiter, einfach weiter. Die Felder leeren sich, ein letztes Mal bei den tollen Helfern einer liebevoll organsierten Veranstaltung bedankt, nach 50 km und 5.24 Std. ins Ziel getrabt. Nicht schnell, total verschwitzt und eingesaut, aber auch hochzufrieden. Der Kopf war vollkommen geleert von den täglichen Sorgen, das Herz neu gefüllt mit der Zuversicht, dass, wenn man etwas wirklich will, man deutlich mehr erreichen kann, als man für möglich hält.

Allen einen sorgenfreien Sonntag.

 

Bilder vom Lauf: 


 

 



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